Sehr geehrter Kurt Beck,
Sie sind mein neuester Held. Nicht nur,
weil Sie sich nun schon seid fast 18 Jahren für die Armen und
Schwachen in diesem Land einsetzen. Bei Ihnen wirkt es keinesfalls
gönnerhaft oder selbstverherrlichend, wenn Sie Hartz-IV Empfängern,
die Sie beleidigen Tipps geben und gar die neue Frisur bezahlen oder
davon erzählen, dass Sie auch schon Hartz-IV-Empfängern neue
Waschmaschinen privat bezahlt haben, weil das Arbeitslosengeld nicht
gereicht haben. Mir steigen Tränen in die Augen, wenn Sie davon
sprechen, wie sehr Sie sich darüber ärgern, dass
Schleckerangestellte nicht gerettet werden können und ich möchte
dem dreckigen Piraten am liebsten eine reinhauen, weil er Sie dann
abends in der Talkshow mit dämlichen Fragen provoziert hat. Vor
allem, weil dieser Drecksspasti Arbeitslos war, der soll sich lieber
erstmal arbeit suchen, bevor er sich mit einem harten Arbeitstier wie
Ihnen verbal messen will. Da hätte ich Sie am liebsten beim Zugucken
in die Arme genommen um sie zu trösten (wobei ich wahrscheinlich
unter Lebensangst gezittert hätte, dass Sie mich – natürlich
unabsichtlich – dank ihrer kräftigen Statur zerdrückt hätten).
Sie sind mein persönlicher Held, Kurt
Beck. Sie nehmen sich nicht nur persönlich den Armen und Bedürftigen
an, sondern richten auch Ihre Politik auf diese Interessen aus. So
haben Sie und Ihre bedienstenen Knechte in der Landesregierung das
Nürburgringprojekt ins Leben gerufen um Arbeitsplätze zu schaffen.
Immerhin haben wir dank Ihnen in Rheinland-Pfalz mit 7% eine der
geringsten Arbeitslosenquoten. Und mit dem Projekt "Nürburgring
2009" setzen Sie nicht nur zum Ende Ihrer fast 18-jährigen
Regentschaft ein Denkmal, sondern auch unserem glorreichen Land!
Sie sind mein persönlicher Held, Kurt
Beck. Denn Sie sind so ehrlich sich selbst auch Fehler einzugestehen!
Um bei dem Nürburgringprojekt zu bleiben: Sie geben offen zu, dass
die Finanzierung "gründlich schiefgegangen" sei und sind
sogar so selbstkritisch, dass Sie zugeben "da hätte ich wohl
mehr nachfragen müssen". Aber wirklich schlimm war Ihr Fehler
ja nicht, immerhin sind Sie immer noch im Amt. Zum Glück! Und in
Zukunft scheint es ja rosig auszusehen für dieses Großprojekt in
das Sie 350 Millionen Steuergelder geschossen haben: "Es mag
Teile geben, wo an einigen Wochentagen nicht viel los ist. Aber die
Zahlen sprechen für sich. Wir haben am Ring jetzt mehr
Übernachtungen als je zuvor." Und das in der Touristik-Gegend
Eifel, die als einer der Welttouristikgegenden zählt und die Formel
1, die nur noch alle 2 Jahre am Nürburgring Station macht, nicht
mehr ausverkauft ist! Und zum Glück musste das Land Rheinland-Pfalz
zwei Monate nach dieser Äußerung nicht noch mehr Geld nachschießen!
Ich erstarre förmlich vor Ehrfurcht,
wenn ich daran denke, wie sehr Sie dieses Land nach vorne treiben!
Sie sind mein persönlicher Held, Kurt
Beck. Und zwar weil Sie nach Ihrem missglückten Versuch in der
Bundespolitik Fuß zu fassen – natürlich haben Sie irgendwann
gemerkt, dass Ihr Herz in Wahrheit für die Armen und Bedürftigen
diesen Landes reserviert ist und Sie deswegen nicht zusätzlich zu
Ihrem Amt als Landesdespot nicht noch ein Amt ausführen konnten –
nicht angesäuert sind. Sie sagen immer noch Ihre Meinung – auch
den Pressevertretern gegenüber – und das bewundere ich! Sie trauen
sich denen knallhart ins Gesicht zu sagen, dass Sie "denselben
taktischen Blickwinkel haben, wie die Bundespolitik". Welch
großartige und eloquente Wortwahl! Sie hätten auch sagen können,
dass Ihnen so Leute auf den Sack gehen. Aber nein so sind Sie nicht,
denn Sie wollen ja niemanden "dumm aussehen" lassen, wie
z.B. Manuela Schwesig, deren Unterhändlertätigkeit im
Hart-IV-Streit im Februar letzten Jahres, Sie beendeten, weil Sie es
in der Männerrunde im Bundesrat einfach besser konnten. Sie sind
nicht der Typ für diese taktischen Spielchen oder "Kraftmeieren"
innerhalb Ihrer Partei!
Sie sind mein persönlicher Held, Kurt
Beck. Und zwar, weil Sie sich stets Ihren Urlaub selbst bezahlen
können und nicht wie andere niederträchtige Herren Ihrer Zunft,
sich den von "Partykönigen" bezahlen lassen.
Sie sind mein persönlicher Held, Kurt
Beck. Nicht nur, da Sie mutig und zukunftsweisend die Schuldenbremse
in RLP eingeführt haben, sondern, dass Sie sie auch konsequent in
die Tat umsetzen. Immerhin steigen die Schulden des Landes schon
konsequent in den letzten 12 Jahren, von 2000 bis 2009 sogar um 2109€
pro Einwohner, aber dafür können Sie ja nichts. Sie wollen die
Schulden ja abbauen! Und das gelingt Ihnen einfach super! Sie sparen
schlau und zwar in Bereichen, die absolut unwichtig sind, wie z.B.
die Bildung der Bürger. Genial der Einfall diesen Schandfleck
"Hauptschule" abzuschaffen und die ohnehin schon
Minderwertigkeitskomplexen ausgesetzten weniger intelligenten Kindern
den Namen "plus" zu geben. Damit haben Sie nicht nur
Stellen von höheren Beamten, wie Rektoren und Konrektoren oder die
Gehälter von normalen Lehrern eingespart, sondern der Unterricht
wurde gar revolutioniert, denn nun können "föderungswürdige"
Kinder in B-Kursen besser gefördert werden! Aber es gibt ja ohnehin
immer weniger "schwierige Fälle", "Problemschulen"
oder fast ausgewachsene Schüler, die sich von
Fast-Food-Verkäuferinnen erklären lassen müssen, wie man einen
Coupon aus einem Coupon-Bogen gesondert verwendet. Sowas gibt es auf
diesem Fleckchen Erde mit dem wundervollen und viel zu kurzem Namen
"Rheinland-Pfalz", wo Kurt Beck vor 18 Jahren die Erde
geküsst hat.
Sie sind mein persönlicher Held, Kurt
Beck. Weil sie auch an Universitäten sparen! Immerhin sind die doch
schlau genug, um selbst an Geld zu kommen. Die haben ja auch genug
Zeit um sich auszudenken, wie Sie z.B. die 5 Mio. Im Haushalt
fehlenden Euros der Universität Trier doch noch reinbekommen. Sie
fördern damit den Unterricht, denn nun haben auch Studenten und
Professoren eine praktische Aufgabe an der sie forschen können!
Dadurch müssen dann auch keine Stellen an Universitäten gestrichen
werden.
Sie sind mein persönlicher Held, Kurt
Beck. Denn Sie haben die Studiengebühren in RLP abgeschafft, die
nach Beendigung der Regelstudienzeit des Bachelors angefallen wäre.
Dafür bin ich Ihnen als Student besonders dankbar.
Sie sind mein neuester persönlicher
Held, Kurt Beck. Nicht nur, weil Sie dies alles geschafft haben,
sondern auch, weil Sie es trotz dem ganzen Stress eines Politikers
immer noch schaffen "Nah an de Leut"-zu sein und immer gut
gelaunt und vor allem gut gepflegt aussehen. Sie dürfen einfach
nicht abdanken – es treibt mir ein Schluchzen in die Kehle daran
denken zu müssen, wie dieses Land ohne seinen "Landespapa"
– wie die Medien Sie hierzuland liebevoll nennen – aussehen soll.
Wegen all dem möchte ich Ihnen mein
persönliches Denkmal setzen. Mein viertgeborenes Kind oder mein
vierter Hund, je nach dem ob das Leben mir in Zukunft eine liebende
Ehefrau an die Seite schickt, soll nach Ihnen "Kurt"
benannt werden. Seine Geschwister Guido, Angela und Horst werden sich
darüber sicherlich sehr freuen.
In großer Verbundenheint, Ihr
ergebenster Diener
Peter S.
(Autor dieses Blogs)