Dienstag, 28. April 2009

Verf*** Scheiß-Tage

Es gibt diese Tage, wo eigentlich alles gut läuft (oder zumindestens nichts wirklich schlecht läuft), man aber trotzdem von der ganzen Welt angenervt wird. Man will einfach liegen und seine Ruhe haben, wobei einen gerade dies auch aufregt, weil man ja eigentlich so viele sinnvolle Sachen machen könnte. Man kann sich aber nicht aufraffen, weil man einfach zu fertig ist. Und man weiß, irgendwann schlägt sich diese Faulheit wieder in noch mehr Stress nieder. Und mir fehlt eindeutig Schlaf. Aus welchem Grund auch immer, ich hab mittlerweile seit eineinhalb Wochen nicht mehr richtig ausgeschlafen. Gut okay. Am Wochenende hatte das auch etwas mit meiner Prioritätenverteilung zu tun. Wobei es sich im Nachhinein rein gar nicht gelohnt hat, da ich Freitag meine (für meine Verhältnisse ewig lange) Abstinenz beendet habe. Aber in den 3 Wochen Party ohne Alkohol habe ich gemerkt, es ist leicht er als vorgestellt. Und ich habe nun nicht mehr die Einstellung Party ohne Alk geht nur schwerlich. Eigentlich hab ich sogar gar keine Lust mehr drauf. Man hat einfach keine wirklich Kontrolle mehr über sich, ich glaub, die peinlichen Trunkenheits-Geschichten reichen erst mal...
Vor allem man trinkt, ist gut drauf und könnte die ganze Welt umarmen. Dann ist jemand nett, und man würde sowieso jeden bespringen, aber diejenige versteht das falsch und rafft nicht, dass man nüchtern eigentlich nix mit ihr zu tun haben will. So quält man sich wieder nüchtern die nächsten Tage vor Peinlichkeit, was man im Rausch alles angestellt hat und würde den Abend am liebsten aus dem Gedächtnis löschen. Aber nein, das liebe Handy und neue Nachrichten auf diesem erinneren einen immer wieder an die schmerzhafte Realität. Okay, ich übertreibe. Trotzdem finde ich es nun besser, mit einem gewissen Grad an Zurechnungsfähigkeit durchs Leben zu gehen. Obwohl ich auch schon andere Zeiten hatte....

Montag, 27. April 2009

Sag ja zu...

Ach, da war ich mal wieder im Kino und der Film hat mich an die wunderbar freiheitliche Einstellung in den 60ern erinnert. Wo man noch irgendwie versuchte, aus der gesellschaftlichen Gewalt die einen zu so vielen Sachen zwingt, zu kämpfen. Man war einfach anders. Die Musik ist da ein anschauliches Beispiel wie ich finde. So wurde die Musik gemacht, woran der Künstler und das Publikum Spaß hatte. Diese konnte dann jeder auf seine Weise aufnehmen. Heute ist diese "geistige Freiheit" wohl nicht mehr in dem Ausmaß möglich, wo der Alltag selbst viel zu freiheitlich erscheint (eine Illusion?). Viel zu sehr ist man auf die eigene Anonymität fokussiert, während man gleichzeitig unbedingt alles über die anderen Menschen erfahren will (womöglich um sich vom eigenen zu tristen Leben abzulenken). Wie widersinnig das Leben doch ist.
So verschwimmt vieles einfach zu "Einheitsbrei". Überall ist der Mainstream am Wichtigsten. Wann ist es wieder Zeit für eine ähnliche, nach Freiheit strebende Bewegung, wie in den 60ern die Hippie-Bewegung oder in den 80ern die Punkbewegung?

So ist doch unsere Freiheit unser höchstes Gut. Die Freiheit einfach zu tun worauf man Lust hat, ohne um sich komische Blicke von anderen Menschen unterziehen zu müssen. Die Freiheit der Gedanken. Unter damit verbundenen Künste. So scheint es doch zum Größtenteil grade bei den Künsten immer nur noch um den Kommerz zu gehen. Deswegen versinkt alles im Einheitsbrei. Wann gab es den letzten großen Maler, dessen Bilder noch in den nächsten paar hundert Jahren in den Museen hängen werden. Wird die Musik der letzten 10 Jahre die Leute in sagen wir mal 30 Jahren noch groß interessieren? Ich bezweifel dies. Zumindest insofern, dass es in 30 Jahren weniger Anhänger der Musik der ersten 10 2000er Jahre gibt, als heute Anhänger der Musik aus den 70ern und 80ern.

Die Leute werden verzweifelter, Doping für den Alltag wird mittlerweile benötigt, nur um nicht irgendwann mit 50 ausgebrannt zu sein. Da will man doch einfach ausbrechen, aber man kann es nicht. Die Freiheit im Alltag geht flöten. Mehr Arbeit, mehr Verpflichtungen, mehr Verantwortung für alle. Und dabei kommt immer weniger für uns rum. Leben wir alle nach diesem Schema. Schule, Arbeiten, Familie, Altersvorsorge, großer Fernseher, großes Haus, hübscher Grabstein. Oder um einen bekannten britischen Film zu zitieren:

Sag ja zum Leben, sag ja zum Job,
sag ja zur Karriere, sag ja zur
Familie. Sag ja zu einem pervers
großen Fernseher. Sag ja zu
Waschmaschinen, Autos, CD-Playern
und elektrischen Dosenöffnern. Sag
ja zur Gesundheit, niedrigem
Cholesterinspiegel und
Zahnzusatzversicherung. Sag ja zur
Bausparkasse, sag ja zur ersten
Eigentumswohnung, sag ja zu den
richtigen Freunden. Sag ja zur
Freizeitkleidung mit passenden
Koffern, sag ja zum dreiteiligen
Anzug auf Ratenzahlung in hunderten
von Scheiß-Stoffen. Sag ja zu
Do-it-yourself und dazu, auf Deiner
Couch zu hocken und Dir
hirnlähmende Gameshows
reinzuziehen, und Dich dabei mit
Scheiß Junk-Frass vollzustopfen.
Sag ja dazu, am Schluss vor Dich
hinzuverwesen, Dich in einer
elenden Bruchbude vollzupissen und
den missratenen Ego-Ratten von
Kindern, die Du gezeugt hast, damit
sie Dich ersetzen, nur noch
peinlich zu sein. Sag ja zur
Zukunft, sag ja zum Leben. Aber
warum sollte ich das machen?

Mittwoch, 15. April 2009

cry guitar cry

Ich kann nicht mehr aufhören. Wenn bei mir im Auto oder daheim Musik läuft ist in letzter Zeit nur lautes Gitarrengejaule zu hören. Ob der von mir ernannte König der Rumheul-Gitarren Gary Moore mit "The Messiah Will Come Again", der etwas unbekanntere Bluesrock-Gitarrist Joe Bonamassa mit "Blues Deluxe", Eric Clapton mit "Layla" oder die alten Gitarrenklassiker "Voodoo Chile", wovon ich übrigens Anfang Januar ein geniales Zusammenspiel zweier Gitarristen im Cafe Hahn in Koblenz sah, bei einem Auftritt der Band "Blueside", ist egal, hauptsache laut und die Gitarre heult und schreit das ganze Leid in die Welt hinaus.

Es ist deswegen komisch, weil ich bisher eigentlich eher nur auf andere Instrumente, wie z.B. gute Harp-Soli abgefahren bin. Naja, gut oben genannte Künstler hab ich eigentlich schon immer gerne gehört, wobei mir z.B. "Voodoo Chile" auch erst seit Anbeginn dieser Phase gefällt. Da scheint der Besuch des Gary Moore-Konzerts wohl einen kleinen Wendepunkt in meiner Geschmacksphase darzustellen...dieser Mann hat mich an diesem Abend einfach in seinen Bann gezogen, wie er da so ziemlich Wortkarg, zumindest was die gesprochenen Wörter angeht, auf der Bühne stand, nur den nächsten Titel ansagte und dann in die Saiten haute. Einfach genial. Er sprach kaum ein Wort, ließ die Gitarre für ihn sprechen und jeder im Raum wusste genau, was der Song aussagte. Naja, jetzt hoffe ich nur noch, dass ich noch schnell Mitfahrer für die Konzerte von B.B. King Anfang Juli in Frankfurt und Joe Bonamassa Ende Juli in Darmstadt finde, denn die Karten dürften schnell weg sein....