Donnerstag, 28. Mai 2009

Scheiß auf die Demokratie! Und die Gerechtigkeit!

Es ist also soweit. Der Tiefpunkt der Weltwirtschaftskrise ist offiziell erreicht. Ab jetzt geht es wieder bergauf. Haha, guter Witz. Pure Schönrederei wohl vor der Wahl. Eigentlich kann nämlich niemand vorhersagen, wann der Tiefpunkt erreicht sein wird, geschweige denn wie tief er nun wirklich sein wird. Volkswirtschaftler rechnen mit 2011 oder 12.
Aber nun ja, wer fühlt sich schon wirklich davon betroffen, auch wenn alle reden? Da liegt ja nämlich das Problem. Wir sollten uns betroffen fühlen! Weil wir ausgenommen werden! Banken werden gerettet, damit das Finanzsystem nicht vollends zusammenbricht, Unternehmen werden gerettet, damit Arbeitsplätze gesichert werden. Haa! Notleidende Banken, dass ich nicht lache. Wer leidet den Not? Die Bänker, die immer noch Millionensummen einstreichen und das obwohl sie oft einen wesentlich Teil zu der Krise beigetragen haben? Oder die breite Masse der arbeitenden Menschen?

Schließlich wurde uns jahrelang zu verstehen gegeben, es sei kein Geld mehr da für Jugend, Bildung und Soziales. Nun werden plötzlich Milliarden locker in Konjunkturpakete gesteckt. Natürlich, auch waren mehrere Mio Euros für das Bildungssystem vorgesehen. Schon wieder so ein Lacher. Neugestrichene Schulflure verbessern unser Bildungssystem enorm! Vor allem weil kein Geld für mehr reicht, für richtige Verbesserung. Z.B. neue Lehrer, kleinere Klassen etc. Das Gros der Konjunkturpakete wurde den Banken und Unternehmen in den Rachen geworfen. Leute verzocken unser Geld, fahren Banken und Unternehmen an die Wand und als Dank kassieren sie die Steuergelder.

Okay, vielleicht ist es ja wirklich nicht die Schuld von ein paar einzelnen Managern. Vielleicht liegt die Schuld beim Kapitalismus selbst? Produktivkräfte haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich entwickelt. Weniger Arbeitskraft reicht um mehr Waren zu produzieren. Gleichzeitig muss die Bevölkerung erhebliche Steuern blechen müsen. Es bleibt weniger Geld übrig der in Konsum gesteckt werden kann. Das Angebot wird größer, während die Nachfrage geringer wird. Dadurch bleiben Gewinne in Unternehmen aus. In die wird jetzt wieder Geld gepumpt (siehe Opel). Wo bleibt da die soziale Gerechtigkeit? Während Arbeiter immer weniger zum Leben haben und die Armut in Deutschland rapide zunimmt werden Steuergelder, die ohnehin nicht existieren sondern die Staatsverschuldung noch höher werden lassen, den Unternehmen gegeben, die damit noch mehr produzieren werden.

Die Entwicklung läuft immer mehr in die Richtung einer Proletarier und Bourgesoisie-Gesellschaft. Doch die Gerechtigkeit in Deutschland hat dieser Tage zusätzlich zu den finanziellen Ungerechtigkeiten noch einen weiteren Rückschlag erhalten. So wird der Strafprozess in den Gerichten abgeschafft, ersetzt durch den sogenannten "Konsensprozess". Kurzum: Ein Straftäter, der sich zu einem Deal bereit erklärt und andere Straftäter verpfeift, kann mit Strafmilderung oder Straffreiheit rechnen! Ab sofort wird das Gericht zu einem Basar, wo über die Strafe verhandelt wird. "Wenn ich dies Aussage, bekomme ich diese Strafmilderung."
(http://www.sueddeutsche.de/politik/570/470121/text/)
Aber wer erwartet in Deutschland denn schon Gleichheit und Gerechtigkeit vom Gesetz? Während erst vor kurzem der Strafkatalog der Straßenverkehrsordnung erheblich verschärft worden ist, genießen Abgeordnete der Bundes- oder Landesparlamente immer noch strafgesetzimmunität. Das heißt: Während wir mehr blechen müssen für Geschwindigkeitsüberschreitungen, dürfen Politiker ungestraft über die Straße heizen und zusätzlich noch ungeschoren Unmengen von CO2 in die Luft ausstoßen, für das wir immer erheblichere Steuern blechen müssen?

Ja, Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem unsozialen Ungerechtigkeitsstaat! Und das allerschlimmste: Das deutsche Volk lässt das mit sich machen! Wann ist der Punkt erreicht, wann werden endlich die Leute auf die Straße gehen um dagegen zu demonstrieren und zu sagen: "Nein, wir bezahlen nicht für eure Krise!" und "Nein, wir wollen keinen Überwachungsstaat in dem Willkür herrscht!"?

Freitag, 22. Mai 2009

Schlicht geradeaus...

Letzte Woche hat mein Vater mich mit einer neuen CD überrascht - endlich ist die neue Blueside CD da! Selten hab ich mich so über eine neue CD gefreut, nachdem ich ihn in die Schule gefahren hab, hab ich auch auf meine zusätzliche Stunde Schlaf gepfiffen, die ich mir noch hätte gönnen können. Erstmal musste die CD in das Abspielgerät geworfen werden und ein erster Eindruck geholt werden. Mittags konnte ich mir sie dann auf einer längeren Autofahrt ganz genüßlich reinziehen.
Tolles Ding muss man sagen. Klassischer Chicago-Blues, kräftig, schnörkellos, geradeaus. Besitzt aber keinesfalls die Virtuosität anderer Bands, aber das würde auch ein bisschen den Sound zerstören. Blueside steht für klassischen einfachen Blues, 3 Leute - Drums, Bass, und eine spackige Gitarre - manchmal auch nur 2 - Bass und Gitarre - und manchmal 4 - mit Harpspieler. Sie verzichten auf jegliche Verblümung der Rhythmen, manchmal hört man auch nur das einfache Bluesschema im Hintergrund. Aber wie gesagt, das macht die Sache auf keinen Fall unschöner.
Day's Work, der Name ist schließlich Programm. So heißt es nun auch im Alltag einfach gerade aus durch die Arbeit und ab ins Vergnügen. Ja, man fühlt sich schon fast in die alten Zeiten aus der Hochzeit dieser Musikrichtung zurückversetzt, wie die alten, schwarzen Blueser, ebenfalls mit einem sehr einfachen Sound über ihren langweiligen Alltag gesungen und gespielt haben, nur um selbigen erträglicher zu machen.
So fühlt man sich auch in jeder Note an klassische Songs wie den "Hoochie Coochie Man" von Muddy Waters (eine tolle Version auf der ersten Platte von Blueside übrigens) zurückerinnert. Einfach und schlicht, keine Innovation, aber doch klasse. Es muss ja nicht immer was neues sein, man kann sich auch auf die guten alten, bewährten Sachen verlassen, grade beim Blues oftmals besser als immer neue Sachen mitreinzupacken. Dann wird die Musik zu verschnörkelt und passt einfach zu der puren Blues-Mentalität.
Ist und bleibt auf jeden Fall meine favorisierte regionale Band und ich muss dringend mal wieder auf einen Gig von denen ;-)

Sonntag, 3. Mai 2009

Okay, der Sinn des Lebens. Ein einfaches Thema. Und zwar durchaus zu beweisen. Auch mit Mathematik. Man glaubt es kaum. Aber er ist doch für jeden Menschen gleich. Es gibt keine Individualität - alles nur eine schöne Illusion, die wir Menschen uns geschaffen haben um die Sinnlosigkeit (haha, welch Ironie bei diesem Thema) des Lebens etwas erträglicher zu gestalten.

Also. Im Prinzip können wir...ähh, müssen wir von einer Dualität aller Dinge ausgehen. Schwarz und Weiß. Leben und Tod. Mann und Frau. Gibt von allem ein Gegenstück. Ja selbst Giraffen haben ihre Gegenstücke. Keine Giraffen sind das Gegenstück zu Giraffen, klingt logisch oder? Also, wenn wir von dieser Dualität der Dinge ausgehen, ist klar, dass der Tod wohl genauso zum Leben dazu gehört, wie zum Mann die Frau.
Weiterhin kann man diese Theorie über den Sinn des Lebens mit einer mathematischen Kurve beschreiben, deren Name mir grade entfallen ist (wer brauch den schon Namen bei dieser weltbewegenden Theorie). Aber stellt euch vor: Die Kurve steigt zunächst aus dem Nullpunkt recht flach an, wird immer steiler und an dem Punkt an dem sie senkrecht beginnt zu steigen, ist der Maximalwert erreicht und die Kurve fällt. Zunächst steil, dann immer flacher bis kurz vor den y-Nullwert und dann beginnt die Kurve wieder flach anzusteigen. Diesmal ist der Maximalwert einen kleinen Tick höher als bei der vorherigen und der Minimalwert einen kleinen Tick geringer als bei der vorherigen.
Nun, interpretieren wir die Kurve so. Die x-Achse steht für Lebensjahre, die y-Achse steht für Weisheit. Die Kurve zeigt den Verlauf der Weisheit eines Menschen, über sein Leben - genauer: seine Leben. Denn aufgrund der Dualität der Dinge, nachdem dje Weisheit des Menschen auf dem Sterbebett (Maximalwert der Kurve) am größten ist, muss ja folglich danach der Minimalwert folgen (also der Tod oder wie man nun ethisch korrekt sagen müsste, die dümmste Phase eines Menschenleben). So, das würde weiterhin heißen, dass aus dem Minimalwert ein neues Leben entsteht. Ohne Tod kein Leben - und umgekehrt (sehr beruhigende Theorie wie ich finde).

Unsere ganzen Erkenntnisse jetzt mal in den Kontext vom Sinn des Lebens gesetzt. Wir leben um unser ganzes Leben nach der absoluten Weisheit zu streben. Wir können sie nicht erreichen, weil uns Grenzen gesetzt sind. Wenn unsere Weisheiten am größten ist, sterben wir und fangen wieder bei Null an. Wir leben erneut, streben ein weiteres Mal nach der absoluten Weisheit und wenn wir nun wieder im Sterbebett liegen, wissen wir, dass wir wenigstens nun ein bisschen schlauer als beim letzten Mal sind (ja, lest euch zur Not noch einmal die Beschreibung der Kurve durch...ich weiß, ich hätte sie aufmalen sollen, ich find nur meinen Edding nicht...).

Um noch eine letzte Frage zu klären: Wie kann man für den Menschen den Begriff der "absoluten Weisheit" definieren? Der Mensch ist im Prinzip ein Lebewesen wie jedes andere auf der Erde - ein Tier. Nein, keine Pflanze, eher ein Tier. Sollte man also den Mensch auf seine wahren Grundbedürfnisse (Instinkte) reduzieren und jegliche unwichtigen Gesellschaftlichen Bedürfnisse ausblenden, da sie uninterinteressant für unsere kleine Theorie sind, dann ist der Mensch ein vom Selbsterhaltungstrieb am Leben gehaltenes und vom Selbsterhaltungstrieb zur Fortpflanzung getriebenes und von der Größe des Gehirns zur Selbstverwirklichung getriebenes unwichtiges Etwas. Somit haben wir die Stützpfeiler der für den Menschen absoluten Weisheit zusammengefasst.

Nach der nun erfolgten Klärung der Eckdaten, können wir uns der Frage nach dem Sinn des Lebens widmen. Der Sinn des Lebens ist also ein Leben lang nach Selbstverwirklichung zu streben, sich Fortzupflanzen und am Leben zu bleiben. Den für uns optimalsten Zustand erreichen wir auf dem Sterbebett (also nicht körperlich, ich kenn ehrlich gesagt kaum jemanden, der dort liegend noch einen Marathon hätte laufen können). Danach sterben wir und alles fängt von neuem an.

So und was können wir nun mit diesem Wissen anfangen? Wir wissen, dass wir in diesem beschissen Elend namens Leben bis zum Tod abwarten können, weil wir erst da zu den Kings werden. Es ist egal wie wir uns bis dahin die Zeit vertreiben, unsere Weisheit erreicht auf jeden Fall dort den Höhepunkt. Egal ob wir uns gut oder schlecht benehmen.

Ein Kumpel und ich haben eine ähnliche Theorie, die damals auch wirklich plausibel begründet war, in einem Anflug von absoluter Weisheit im Alkoholrausch aufgestellt. Leider kriegen wir beide nun nicht mehr die ganze Theorie hin und auch die Begründungen lassen einiges zu wünschen übrig. Ich wette, unsere Gedanken könnte sowieso niemand nachvollziehen der nüchtern ist. Ich fürchte nämlich, in jener Schicksalsträchtiger Nacht haben wir mit dem Alkohol auch unsere grenzenlose Weisheit aus dem Körper ausgeschüttet. Verdammt eigentlich...