Naja, als jetzt offizieller Student eines wirtschaftlichen Faches muss natürlich um dessen erstmal Nachdruck zu verleihen über die neuesten Wirtschaftsnachrichten schreiben (obwohl ich mich eher danach fühle, als würde gleich die Pasta von gerade eben meinem Magen Nachdruck verleihen). Spaß beiseite, gerade die heutigen Nachrichten ließen mich sehr schmunzeln.
Allen voran eins meiner Lieblingsthemen: Deutschland boomt! Und zwar genau 3,5% dieses Jahr, so hörte ich es in den Nachrichten. Interessant, wenn man davon ausgeht, dass in dieser eher ungenauen Angabe ein Wachstum des BIP Deutschlands gemeint ist. Denn logischerweise ist da auch die Inflation drin (September ggü. des Vorjahres Sept. 1,2%, wohingegen die Nahrungsmittel einen Preisanstieg von gut 3% durchmachten, aber das nur so nebenbei). Rechnet man diese raus bleibt ein reales Wachstum von 1,2% übrig. Dabei liegt Deutschland zwar immer noch über dem EU-Schnitt, doch "überragend", wie er gerne verkauft wird, ist er noch lange nicht.
Weiterhin sind Zahlen wie diese (im Prinzip eigentlich alle Zahlen, die von VWLern benutzt werden) sind mit großer Vorsicht zu genießen. Denn eine einfache Betrachtung der Zahlen reicht nicht aus. Viel wichtiger ist nämlich die Frage (und die wird von den Medien gerne unbetrachtet gelassen; ich will jetzt aber nicht darauf eingehen, wieso diese Frage gerne unbetrachtet bleibt ;-)) nach dem wie. Also, wie kommt diese Zahl zustande. Das BIP erfasst den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Land hergestellt werden und dem Endverbrauch dienen. Also wird auch die Güter erfasst, die in andere Länder exportiert werden. Und schon gelangen wir zum Problem in Deutschland: Während der Export stabile Werte erreicht (dank Konjunkturpakete einiger asiatischer Staaten), sinken die Kaufkraft des Lohnes und der Reallohn (Einkommen minus Steuerabgaben) in D.
Faszinierend, vor allem wenn man bedenkt, dass einem die deutschen Politiker uns versprechen, dass die Krise überwunden und die Wirtschaft wieder stabil sei. Denn wenn wir davon ausgehen, dass die Wirkung der Konjunkturpakete der asiatischen Staaten (z.B. Saudi-Arabien verabschiedete ein Konjunkturpaket in der Höhe von 400 Mrd. €, um sich für die Zeiten nach dem Erdöl zu rüsten - die Ausbeutung der Erde ist schon wieder so ein Thema über das ich schon wieder einen Artikel schreiben könnte ;-)) nach kurzer Zeit wieder nachlassen, sinkt logischerweise auch der Export wieder. Und dann stehen wir etwas bedröppelt (schreibt man das wirklich so???) da. Denn wer soll dann die Wirtschaft stützen? Die Bundesbürger, deren Lohn immer weniger Kaufkraft besitzt, dank weiterer Steuererhöhungen?
Donnerstag, 14. Oktober 2010
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