Sonntag, 3. Mai 2009

Okay, der Sinn des Lebens. Ein einfaches Thema. Und zwar durchaus zu beweisen. Auch mit Mathematik. Man glaubt es kaum. Aber er ist doch für jeden Menschen gleich. Es gibt keine Individualität - alles nur eine schöne Illusion, die wir Menschen uns geschaffen haben um die Sinnlosigkeit (haha, welch Ironie bei diesem Thema) des Lebens etwas erträglicher zu gestalten.

Also. Im Prinzip können wir...ähh, müssen wir von einer Dualität aller Dinge ausgehen. Schwarz und Weiß. Leben und Tod. Mann und Frau. Gibt von allem ein Gegenstück. Ja selbst Giraffen haben ihre Gegenstücke. Keine Giraffen sind das Gegenstück zu Giraffen, klingt logisch oder? Also, wenn wir von dieser Dualität der Dinge ausgehen, ist klar, dass der Tod wohl genauso zum Leben dazu gehört, wie zum Mann die Frau.
Weiterhin kann man diese Theorie über den Sinn des Lebens mit einer mathematischen Kurve beschreiben, deren Name mir grade entfallen ist (wer brauch den schon Namen bei dieser weltbewegenden Theorie). Aber stellt euch vor: Die Kurve steigt zunächst aus dem Nullpunkt recht flach an, wird immer steiler und an dem Punkt an dem sie senkrecht beginnt zu steigen, ist der Maximalwert erreicht und die Kurve fällt. Zunächst steil, dann immer flacher bis kurz vor den y-Nullwert und dann beginnt die Kurve wieder flach anzusteigen. Diesmal ist der Maximalwert einen kleinen Tick höher als bei der vorherigen und der Minimalwert einen kleinen Tick geringer als bei der vorherigen.
Nun, interpretieren wir die Kurve so. Die x-Achse steht für Lebensjahre, die y-Achse steht für Weisheit. Die Kurve zeigt den Verlauf der Weisheit eines Menschen, über sein Leben - genauer: seine Leben. Denn aufgrund der Dualität der Dinge, nachdem dje Weisheit des Menschen auf dem Sterbebett (Maximalwert der Kurve) am größten ist, muss ja folglich danach der Minimalwert folgen (also der Tod oder wie man nun ethisch korrekt sagen müsste, die dümmste Phase eines Menschenleben). So, das würde weiterhin heißen, dass aus dem Minimalwert ein neues Leben entsteht. Ohne Tod kein Leben - und umgekehrt (sehr beruhigende Theorie wie ich finde).

Unsere ganzen Erkenntnisse jetzt mal in den Kontext vom Sinn des Lebens gesetzt. Wir leben um unser ganzes Leben nach der absoluten Weisheit zu streben. Wir können sie nicht erreichen, weil uns Grenzen gesetzt sind. Wenn unsere Weisheiten am größten ist, sterben wir und fangen wieder bei Null an. Wir leben erneut, streben ein weiteres Mal nach der absoluten Weisheit und wenn wir nun wieder im Sterbebett liegen, wissen wir, dass wir wenigstens nun ein bisschen schlauer als beim letzten Mal sind (ja, lest euch zur Not noch einmal die Beschreibung der Kurve durch...ich weiß, ich hätte sie aufmalen sollen, ich find nur meinen Edding nicht...).

Um noch eine letzte Frage zu klären: Wie kann man für den Menschen den Begriff der "absoluten Weisheit" definieren? Der Mensch ist im Prinzip ein Lebewesen wie jedes andere auf der Erde - ein Tier. Nein, keine Pflanze, eher ein Tier. Sollte man also den Mensch auf seine wahren Grundbedürfnisse (Instinkte) reduzieren und jegliche unwichtigen Gesellschaftlichen Bedürfnisse ausblenden, da sie uninterinteressant für unsere kleine Theorie sind, dann ist der Mensch ein vom Selbsterhaltungstrieb am Leben gehaltenes und vom Selbsterhaltungstrieb zur Fortpflanzung getriebenes und von der Größe des Gehirns zur Selbstverwirklichung getriebenes unwichtiges Etwas. Somit haben wir die Stützpfeiler der für den Menschen absoluten Weisheit zusammengefasst.

Nach der nun erfolgten Klärung der Eckdaten, können wir uns der Frage nach dem Sinn des Lebens widmen. Der Sinn des Lebens ist also ein Leben lang nach Selbstverwirklichung zu streben, sich Fortzupflanzen und am Leben zu bleiben. Den für uns optimalsten Zustand erreichen wir auf dem Sterbebett (also nicht körperlich, ich kenn ehrlich gesagt kaum jemanden, der dort liegend noch einen Marathon hätte laufen können). Danach sterben wir und alles fängt von neuem an.

So und was können wir nun mit diesem Wissen anfangen? Wir wissen, dass wir in diesem beschissen Elend namens Leben bis zum Tod abwarten können, weil wir erst da zu den Kings werden. Es ist egal wie wir uns bis dahin die Zeit vertreiben, unsere Weisheit erreicht auf jeden Fall dort den Höhepunkt. Egal ob wir uns gut oder schlecht benehmen.

Ein Kumpel und ich haben eine ähnliche Theorie, die damals auch wirklich plausibel begründet war, in einem Anflug von absoluter Weisheit im Alkoholrausch aufgestellt. Leider kriegen wir beide nun nicht mehr die ganze Theorie hin und auch die Begründungen lassen einiges zu wünschen übrig. Ich wette, unsere Gedanken könnte sowieso niemand nachvollziehen der nüchtern ist. Ich fürchte nämlich, in jener Schicksalsträchtiger Nacht haben wir mit dem Alkohol auch unsere grenzenlose Weisheit aus dem Körper ausgeschüttet. Verdammt eigentlich...

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